Hamburgs
Elbinsel Wilhemlsburg, zwischen Süder- und Norderelbe
gelegen, gilt als flächenmäßig größter und brückenreichster
Stadtteil der Hansestadt. Wilhelmsburg präsentiert sich als
eine Mischung aus Industrie- und Hafenanlagen sowie zum Teil
ländlichen Wohngebieten beispielsweise im Ortsteil
Moorwerder, wo noch zahlreiche reetgedeckte Bauernhäuser
vorzufinden sind. Historisches Zentrum ist Kirchdorf mit
seiner Kreuzkirche aus dem Jahr 1614 sowie dem dazugehörigen
Küsterhaus und Amtshaus, welches heute das Museum der
Elbinsel Wilhelmsburg beheimatet. Das Museum von 1907 feiert
in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen.
Windmühle Wilhelmsburg
Bis Mitte
des 19. Jahrhunderts galt Wilhelmsburg als Insel der
Milchbauern und Schiffszimmerer. Mit Beginn der
Industrialisierung veränderte sich das Stadtbild: bisheriges
Bauernland wurde zu Baugrundstücken; Straßen, Kanäle und
neue Hafenbecken wurden erbaut. Die Einwohnerzahl wuchs
proportional zum wirtschaftlichen Wachstum an. Starke
Zerstörungen erlitt Wilhelmsburg durch die Bombenangriffe im
Zweiten Weltkrieg sowie durch die große Sturmflut im Jahr
1962, bei der über 200 Menschen auf der Elbinsel ertranken. Umso
verwunderlicher ist es, dass bis heute mit Stuck verzierte Häuser
mit steinernen Girlanden beispielsweise am Vogelhüttendeich
oder an der Fährstrasse vorzufinden sind. Im allgemeinen
präsentiert sich das Stadtbild von Wilhelmsburg eher
kontrastreich: neben Einfamilien- und Doppelhäusern mit
großzügigen Gärten dominieren Hochhausfassaden der
öffentlich geförderten Großwohnsiedlungen in Kirchdorf-Süd
die Wohnlandschaft.
Wilhelmsburg - Foto: Panzau
Vielfältige
soziale und kulturelle Angebote ansässiger Vereinigungen
sind auf Integration und gegenseitige Toleranz der
Stadtteilbewohner ausgerichtet und versuchen den
unterschiedlichen Interessen und Kulturen gerecht zu werden.
Jüngste Stadtentwicklungsprojekte möchten dem Ruf des
„Problemstadtviertels“ entgegenwirken und die Attraktivität
des Stadtteils aufgrund seiner Wasserlage betonen. In
Wassernähe erbaute familienfreundliche Lofts sollen den
Stadtteil neu beleben. Sehenswert ist in diesem Zusammenhang
auch der Holzleuchturm an der Bunthäuser Spitze in
Moorwerder.