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Harry´s
Hamburger Hafenbasar
Schrumpfköpfe
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Die
untrennbare Verflechtung zwischen Religion und alltäglichem
Leben ist ein wesentliches Merkmal von Stammesreligionen. An
der Seelenvorstellung und am Ideal des "Mächtigen" kann dies
recht gut gezeigt werden. Schon die jungen Knaben sind durch
die Notwendigkeit, in den Besitz einer Arutam-Seele zu
gelangen, auf ein kämpferisches Ideal ausgerichtet, noch
ausgeprägter ist dieses Ideal in der Kopfjagd. Da die Tötung
von Feinden zwar Prestige, durch die damit bedingte
Freisetzung der Racheseele aber auch eine Gefahr mit sich
bringt, muss man sich rituell vor einer solchen Muisak-Seele
schützen, wozu eben die Herstellung eines Schrumpfkopfes,
eines Tsantsa, dient. Diese Praxis, die sich bis in die
jüngste Zeit erhalten hat, war dabei schon in vorkolonialer
Zeit im nordwestlichen Südamerika - auch im Bereich des
Hochlandes - verbreitet. Die eigentliche Herstellung ist
langwierig, sie dauert ca. 20 Stunden und erstreckt sich
über 6 Tage: |
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Schrumpfköpfe |
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Die Herstellung beginnt damit, dass die Haut vom Schädel
eines erschlagenen Feindes abgezogen wird, wobei die Haare
auf der Haut gelassen werden. Für die Präparierung der
Kopfhaut werden die Lippen zusammengenäht; durch das Kochen
in Wasser reduziert sich die Kopfgröße etwa auf ein Drittel,
wobei diese Bearbeitung die Haut zugleich dick und
gummiartig macht. Anschließend füllt man heiße Steine in die
Kopfhaut, was zu einer weiteren Schrumpfung führt. Etwa acht
Stunden lang wird der Kopf geräuchert, wodurch er seine
schwarze Färbung erhält. Als Abschluss der ganzen Prozedur
modelliert man die Gesichtszüge nach und befestigt den
Schrumpfkopf an einer Schnur, so dass man ihn mit sich
tragen kann. Um den Schrumpfkopf auch rituell zu
vervollkommnen und dadurch wirkmächtig zu machen, finden
drei so genannte Tsantsa-Feste statt. Das erste wird dabei
bereits unmittelbar nach der Rückkehr von der kriegerischen
Aktion gefeiert, nach etwa einem Jahr findet das zweite und
nach einem weiteren Monat das dritte Fest statt, wobei
dieses mit sechs Tagen das längste ist. Alle drei Feste sind
durch Tänze und großen Nahrungs- und Maniokbierkonsum
charakterisiert, wobei der Besitzer des Schrumpfkopfes die
Gäste (bis 150 Personen) bewirten muss. |
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Diese Feste sind in erster Linie soziale Ereignisse, haben
aber zugleich eine enge religiöse Komponente: Denn man ist
der Überzeugung, dass die Racheseele jede Gelegenheit nützt,
um - bei einem rituellen Vergehen oder bei der Unterlassung
der Feste - sich aus dem Schrumpfkopf zu befreien und als
Rachegeist unter den Shuar Unfrieden, Kampf und Zerstörung
anzurichten, was gerade nach dem ausgiebigen Bierkonsum im
Verlauf der Feste auch vorgekommen ist. Wenn somit nach mehr
als einem Jahr nach der erfolgreichen Kopfjagd der
Schrumpfkopf rituell endgültig präpariert ist, kann man
sicher sein, dass er jetzt die Muisak in sich absorbiert,
ohne dass man durch sie Schaden erfährt. Der Besitz eines
solchen Schrumpfkopfes (oder sogar mehrerer) bringt die
Verbindung zwischen religiöser und gesellschaftlicher Seite
zum Ausdruck: Einerseits werden diese Schrumpfköpfe bei den
Festen und Tänzen der Shuar getragen, wodurch der soziale
Rang des Besitzers und seine Macht deutlich werden, weshalb
der Kopf dem verstorbenen Besitzer auch mit ins Grab gegeben
wird. Andererseits dienen die Köpfe aber genauso dazu, dass
man sie als Amulett und Meditationsobjekt verwendet, wodurch
man sich die eigene religiöse Anthropologie immer wieder vor
Augen führt.
Unsere hier gezeigten Schrumpfköpfe sind
hervorragende Nachbildungen der Tsantsa des oberen
Amazonasgebietes. Diese kunsthandwerkliche Meisterleistung
wird von den Nachkommen der ehemaligen „Kopfjäger“ aus den
Häuten verschiedener Haustiere angefertigt. Diese in vielen
aufwendigen Arbeitsschritten geschaffenen Kleinode haben
eine Qualität, die sogar Museen veranlasst haben diese
Schrumpfköpfe anstatt der „echten“ auszustellen – für einen
Normalbürger kaum von einem realen Tsantsa zu unterscheiden.
Text / Fotos: Hafenbasar Hamburg |
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Adresse: |
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» Harry´s Hamburger Hafenbasar |
Harry´s Hamburger Hafenbasar
Erichstrasse 56
20359 Hamburg
Telefon : ( 040 ) 31 24 82 |
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Öffnungszeiten: |
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Di - So: 12.00 - 18.00 Uhr |
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S1, S31 Reeperbahn, U3 St.
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