Der dem
Hamburger Bezirk Bergedorf zugehörige Stadtteil Neuengamme
zählt neben Kirchwerder, Altengamme und Curslack zu den
Vierlanden. An die einstige bäuerliche Marschhufensiedlung
erinnern bis heute gut erhaltene Häuser dieser Zeit. Unter
ihnen befinden sich Bauernhäuser und Fachwerkkaten aus dem
16. Jahrhundert, deren Prachtfassaden den damaligen Reichtum
der Neuengammer Bauern erkennen lassen. Neuengamme galt
einst als reichstes Dorf der Vierlande. Der Ortskern bildete
sich rund um die Kirche St. Johannis. Erhalten bleibt die
malerische Atmosphäre dieses Dorfes ebenso durch später
erbaute Einzelhäuser mit liebevoll angelegten und
entsprechend gepflegten Vorgärten.
Neuengamme
Zur
Tradition von Neuengamme gehört der Gemüse-, Blumen und
Obstanbau. Überregional bekannt ist der Hamburger Stadtteil
Neuengamme durch das Gelände des ehemaligen
Konzentrationslagers Neuengamme. Eine Gedenkstätte mit
Dauerausstellung ist hier eingerichtet und gibt einen
umfassenden Eindruck über den Arbeitsalltag der Häftlinge.
Im übrigen war auf dem Gelände des KZ Neuengamme auch die
zentrale Hinrichtungsstätte der Hamburger Gestapo
untergebracht. Mit
106.000 Häftlingen war Neuengamme im Vergleich zu Ausschwitz
oder Dachau ein kleines Lager.
Etwa 55.000
Häftlinge kamen durch die unmenschlichen Lebensbedingungen
im Lager um oder wurden von der SS auf andere Weise
ermordet. Nach einem Vertrag zwischen der Hansestadt Hamburg
und der SS sollten die Häftlinge Klinker für die ehrgeizigen
Bauprojekte der NS-Führung herstellen. Ab 1942 wurden die
Häftlinge auch in Rüstungsbetrieben hier und bei den über 70
Außenlagern in ganz Norddeutschland eingesetzt.