Streit übern Gartenzaun

 
Streit übern Gartenzaun

Gründe für einen Streit über den Gartenzaun gibt es mehr als genug. Ganz gleich ob es die kreischende Säge in der Mittagszeit ist, die lauten Kinder oder ob die Blätter des Obstbaumes auf die falsche Seite fallen.

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Ein Streit zwischen Nachbarn entsteht schnell und immer wieder müssen sich deutsche Gerichte mit den kuriosesten Streitfällen auseinander setzen. Schnell wird aus einer kleinen Meinungsverschiedenheit ein unerbittlicher Streit. Mieter und Eigentümer stehen aber nicht ohne Rechte dar und wer sich in diesem Bereich auskennt, der kann den ein oder andere Streit übern Gartenzaun mit Sicherheit vermeiden.

Lärm aus der Nachbarschaft
Rund 42 Prozent aller Deutschen leiden unter dem Lärm, der von den Nachbarn produziert wird, so ermittelte es des Deutsche Mieterbund. Man muss jedoch den krach von den Nachbarn nicht immer einfach so hinnehmen, denn es gibt die Hamburger Lärmschutzverordnung. Sie besagt, dass Musikinstrumente und Handrasenmäher zwischen 13 und 15 Uhr sowie zwischen 20 und 7 Uhr nicht stören dürfen. Handelt es sich um einen Rasenmäher mit einem Motor, dann darf er bereits ab 19 Uhr nicht mehr in Betrieb genommen werden. Halten sich die Nachbarn nicht daran, sollte man zunächst bemüht sein, mit Ermahnungen um Ruhe zu bitten, bevor die Polizei eingeschaltet wird. Das Verbrauchermagazin „Guter Rat“ empfiehlt sogar sich an den Vermieter zu wenden, da er einem zum wiederholten Male ermahnten Ruhestörer kündigen kann. Wer spielende Kinder als Lärmbelästigung ansieht, hat jedoch schlechte Karten - jedenfalls solange die Ruhezeiten eingehalten werden.

Wuchernde Pflanzen
Pflanzen, die im Bezug auf das Wachstum ein Eigenleben entwickeln, sind weitaus häufiger ein Streitpunkt zwischen Nachbarn als man meinen mag. Herüberhängende Äste sowie herabfallendes Laub, Samenflug oder das Vermehrte Aufkommen von Insekten durch Pflanzen vom Nachbarn muss man hinnehmen. Anders gestaltet sich der Fall, wenn ein sog. Überwuchs vorhanden ist. Hier darf man Wurzeln auf eigene Faust beseitigen, muss bei überhängenden Ästen aber dem Nachbarn erst eine Frist zur Beseitigung einräumen. Verstreicht diese und der Nachbar ist dem nicht angekommen, darf man erst selbst Hand anlegen.

Grillen - Streitpunkt Nummer eins
Beim Grillen im eigenen Garten hörte schon oftmals eine Freundschaft zwischen Nachbarn auf. Grundsätzlich gilt hierbei: je näher der Nachbar wohnt, desto eher kann man von Einschränkungen ausgehen. Aus diesem Grund ist es auch oftmals verboten, auf dem Balkon zu grillen. Ist eine derartige Klausel im Mietvertrag vorhanden, dann hat sie auch Gültigkeit. Wer dagegen verstößt und trotzdem grillt, der muss sogar mit einer Kündigung rechnen (LG Essen, AZ:10 S 438/01). Um hier Streitigkeiten zu vermeiden, sollte man die Nachbarn 48 Stunden vor dem Grillabend informieren, nur einmal im Monat grillen oder die Nachbarn einfach zum Essen einladen.

Immer die beste Variante - Streitigkeiten vorbeugen
Bahnt sich eine Auseinandersetzung mit den Nachbarn an und dauert sie länger an, ist davon auszugehen, dass eine einvernehmliche Lösung kaum zu finden ist. Daher ist es empfehlenswert, Streitigkeiten vorzubeugen. Der beste Weg ist es dabei immer wieder Kontakt zu den Nachbarn zu suchen, sei es im Hausflur oder über den Gartenzaun. Ein kleiner Smalltalk hilft immer dabei, die Stimmung zu heben. Ufern die Streitigkeiten aus, besteht die Möglichkeit eines außergerichtlichen Schlichtungsverfahrens. Das geht schneller und ist mit weitaus weniger Kosten verbunden, als die gerichtliche Auseinandersetzung. Bei einem außergerichtlichen Schlichtungsverfahren geht es in erster Linie darum, eine Einigung zu finden, mit der beide Parteien leben können. Erst wenn diese Maßnahmen keine Einigung bringen, sollte man vor Gericht klagen.

 

Grasellenbach/Darmstadt - Mann greift Nachbarn mit Motorsense an
In Hessen ist ein Nachbarschaftsstreit eskaliert. Einer der Kontrahenten griff seinen Widersacher mit einer Motorsense an. Der Grund: ein zu lauter Rasenmäher. Mit einer Motorsense hat ein 63-Jähriger in Hessen voller Wut seinen Nachbarn angegriffen und schwer verletzt. Hintergrund sei ein seit über 20 Jahren andauernder Streit gewesen, teilte die Polizei Darmstadt mit.  Der Täter aus Grasellenbach-Wahlen war ausgerastet, als er mit der Motorsense Rasen mähen wollte, sein Nachbar ihm wegen des Lärms aber einen Eimer Wasser überkippte. Die Ehefrau des angegriffenen 66-Jährigen ging dazwischen und verhinderte noch Schlimmeres. Der Mann erlitt Verletzungen am Unterkörper. Der Täter wurde festgenommen. (Meldung vom 10.06.2010).

 
 
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