Was unterscheidet Mietnomaden von Mietern?

 
Was unterscheidet Mietnomaden von Mietern?

Vermieter klagen schon sein einigen Jahren verstärkt über sog. Mietnomaden. Mietnomaden sind Menschen, die in ein Wohnung einziehen, ohne dafür jemals auch nur einen Cent zu bezahlen.

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Meist kommt es in diesem Fall zu einem jahrelangen Rechtsstreit. Die Folge: ein hoher finanzieller Schaden für den Vermieter.

Woran erkennt man Mietnomaden?
Nach Angaben der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund ziehen Mietnomaden sehr oft in große und hochwertige Wohnungen. Sie haben von Anfang an die Absicht, die Miete nicht zu zahlen. Generalsekretär Andreas Stücke sagt dazu „Wir reden hier nicht über 40 Quadratmeter.“ Denn die Mietnomaden muss man ganz klar von denjenigen Mietern unterscheiden, die ihre Miete zwar bezahlen wollen, dies aber aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten zeitweise nicht können. Mietnomaden zahlen die Miete entweder gar nicht oder nur im eingeschränkten Umfang. In der Regel schieben sie für die Verweigerung der Mietzahlungen frei erfundene Mängel an der Wohnung vor. Eine defekte Heizung oder Schimmel seien dann der Grund für das Nichtbezahlen der Miete. Wenn die Wohnung dann nach langem Rechtsstreit geräumt ist, suchen sich die betrügerischen Mieter das nächste Opfer - daher nennt man sie Nomaden.

Warum kann man Mietnomaden zu schwer loswerden?
Mietnomaden verlassen sich auf Schutzbestimmungen und rechtliche Ausnahmeregeln, die zugunsten von Mietern bestehen. Der Gesetzgeber will durch diese Bestimmung verhindern, dass Menschen plötzlich obdachlos werden. Jedoch erreicht der Gesetzgeber mit diesen Regelungen gleichzeitig, dass Vermieter im Falle der Mietnomaden am Rechtssystem verzweifeln. Bezahlt ein Handynutzer einen Monat seine Rechnung nicht, schaltet ihm die Telefongesellschaft das Gerät ab. Bei Mietwohnungen ist das nicht so einfach erledigt, hier dauert es nicht selten zwei Jahre und länger, bis ein Vermieter den Nomaden wieder los wird. Die Gerichte stellen im Nachhinein meist fest, dass der Vermieter in seinem Anliegen recht hat. Eintreiben kann der die offene Forderung dennoch häufig nicht, denn offiziell sind Mietnomade zahlungsunfähig.

Wie verläuft ein Verfahren gegen Mietnomaden?
Vermieter dürfen nach den Vorgaben des Bürgerlichen Gesetzbuches das Mietverhältnis bei zweimonatigem Zahlungsverzug fristlos kündigen. Wenn der Mieter danach einfach in der Wohnung verbleibt, kann der Vermieter das Mittel der Räumungsklage erheben. Das ist frühestens zwei Wochen nach der Kündigung möglich. Dann gewährt das Gericht dem Mieter eine Schonfrist von zwei Monaten. Fällt das Gericht nach einigen Monaten dann das Urteil auf Räumung, kann der Mietnomade nach Auskunft von Haus & Grund weiterhin in der Wohnung verbleiben. Erst nach einer erneuten Frist darf die Räumung erfolgen. Ferner darf die Vollstreckung des Räumungsurteils erst dann erfolgen, wenn es nach einem Monat rechtskräftig geworden ist und dem Mieter zugestellt wurde. Um diese Zustellung zu verhindern, sind Mietnomaden häufig sehr ideenreich. Daher müssen Vermieter für die Zustellung oftmals einen Gerichtsvollzieher hinzuziehen. Das dauert nach Angaben des Verbandes wieder einige Wochen. Schlussendlich kommt es dann zwar zur Räumung, der Vermieter bleibt dann aber oftmals zusätzlich noch auf den Kosten für das Umzugsunternehmen sitzen. Pro Fall ergibt sich nach Angaben von Haus & Grund ein Gesamtschaden von durchschnittlich 25.000 Euro.

Wie können Vermieter handeln?
Aus dem dargestellten Rechtswege haben Vermieter keine legale Möglichkeit, einen Mietnomaden wieder loszuwerden, sofern dieser nicht freiwillig geht und vor Auseinandersetzungen nicht zurück schreckt. Vermieter greifen in einem solchen Fall aus Angst vor dem finanziellen Ruin und aus Frust auf das Rechtssystem, zur Selbstjustiz. Sie brechen beispielsweise die Türen der Wohnung auf, wenn der Mieter nicht da ist, räumen dann die Möbel aus und tauschen das Schloss um. Jedoch macht sich der Vermieter mit einem solchen Handeln selbst strafbar. Auf der anderen Seite bringen die Mietnomaden solches Handeln aus Scheu vor der Justiz nicht zur Anzeige. Sie haben schließlich als Betrüger selbst die Legalität aus den Augen verloren. Der Verband weit diesbezüglich klar darauf hin, dass nicht dazu aufgerufen wird, das Recht in die eigenen Hände zu nehmen. Man sei immer an einer rechtstaatlichen Lösung interessiert.

Welche Gesetzesänderungen würden dem Vermieter helfen?
Der Verband Haus & Grund fordert, das Vermietern das Recht eingeräumt wird, die strittige Miete zu hinterlegen, wenn ein Bewohner die Miete von sich aus mindert. Im Folgenden könnte das jeweils zuständige Gericht dann entscheiden, ob es zum Schutz des Vermieters sinnvoll ist, die Miete zu hinterlegen. Hinterlegt ein Mieter die geforderte Summe nach der Aufforderung durch das Gericht nicht, sollte der Vermieter auf Wunsch des Verbands das Recht zur Räumung ohne Schonfrist bekommen.

 

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