Hühner Garten
 
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Hühner Garten
Zwar kann der Lärm durch die Hühnerhaltung im Garten, besonders bei einem höheren Lärmspiegel durch die Umgebung und den Verkehr, von den Nachbarn hingenommen werden, jedoch überschreitet das Krähen eines Hahnes immissionsrechtlich nach § 906 BGB auch den Lärm eines erhöhten Lärmpegels durch den Verkehr und ist somit unzumutbar. Somit kann ein durch diesen Lärm gestörter Nachbar vor Gericht bewirken, dass der nicht ortsübliche Lärm durch das Krähen einzustellen ist. Auch freilaufende Hühner, die in das Grundstück des Nachbarn gelangen sind gerichtlich nicht zugelassen.Sogar in einem Bebauungsplan eines Gebietes kann nach der örtlichen Satzung das Halten von Hühnern im Vornherein untersagt werden. Deshalb ist ratsam, sich vorher bei der zuständigen Gemeinde darüber zu informieren.

 

 

Hahnenschrei, Krähen von Hähnen
Zum Thema Hahnenschrei und die des Öfteren daraus resultierenden mietrechtlichen Probleme urteilte das Landegericht München sehr umfangreich. Dabei bezog sich das Gericht auf Urteile des Bundesgerichtshofs. So heißt es, dass der Wertverlust eines Grundstücks durch Lärmbeeinträchtigung, von dem Empfinden und Umweltbewusstsein eines Durchschnittsbewohners abhängig ist. (Bundesgerichtshof, Urteil 11. November 1983, V ZR 231/82, NJW 1984, 1242)

Bei der Lärmbelästigung kommt es nicht unbedingt auf die Lautstärke an, eher ist die Aufdringlichkeit der Geräusche von Bedeutung. So haben Grenzwerte für Lautstärken nicht unbedingt einen maßgeblichen Einfluss auf eine Lärmbelästigung. Die Grenzwerte richten sich im Generellen nach den Richtlinien der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm – kurz TA Lärm und denen des Verbundes Deutscher Ingenieure VDI-Richtlinien 2058.

Die Aufdringlichkeit einer Lärmbelästigung durch das Krähen eines Hahnes ergibt sich, wenn dieser beispielsweise mehrmals am Tage unerwartet und spontan kräht. Weist der Hahnenschrei dabei noch besondere Variationen in der Tonhöhe auf, sodass schrille Töne aus dem Hahnenschrei herausstechen, gilt das als aufdringlich. Die Töne gelten dann als schrill, wenn sie die Grenze von 70 dB (A) überschreiten und zu der normalen Tonlage des Schreies eine Differenz von 20 bis 40 dB (A) aufweisen. (Bundesgerichtshof, Urteil 17. Dezember 1982, V ZR 55/82, NJW 1983, 751)

Fällt der Hahnenschrei besonders aufdringlich aus und ist er auf Grund der örtlichen Nähe zu einem Grundstück besonders stören, so sind geregelte Ruhezeiten, die in einer Gemeinde festgelegt wurden nicht relevant bei einem Urteil über Lärmbelästigung. (Landgericht München I 30. Zivilkammer, Urteil 03. März 1989, Az: 30 O 1123/87)

Ein Gericht kann den Hahnenschrei zu bestimmten Zeiten verbieten, obwohl das Krähen der Hähne in ländlichen Gefilden grundsätzlich erlaubt ist. Befindet sich der Hahn allerdings in Wohngebieten, kann das Gericht erlassen, dass der Hahn nicht am Morgen oder gar nachts krähen darf und somit zu diesen Zeiten eingesperrt werden muss. (Oberlandesgericht Hamm WM 90, 123)

 

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