Mietrecht A-Z - Grill- und Gartenpartys
 
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Grill- oder Gartenpartys dürfen nicht ausufern
Gegen Grillen und Gartenpartys hat auch der Gesetzgeber grundsätzlich nichts einzuwenden, sofern die Aktivitäten in einem vernünftigen Rahmen stattfinden, die Nachbarn nicht in unzumutbarer Weise belästigt und die allgemeinen Bestimmungen des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) nicht verletzt werden. Die Nachbarn dürfen insbesondere keiner zu intensiven Belästigung durch Lärm und/oder Rauch ausgesetzt werden.

 

 

 

Häufig ist ein direktes Gespräch mit den Nachbarn hilfreich, in dem die Grillparty angekündigt wird. Liegt eine Lärmbelästigung vor, so kann der Nachbar die Polizei rufen oder im Extremfall auch klagen. Beim ersten Verstoß kann gegen den Gastgeber der Grillparty ein Bußgeld in Höhe von bis zu 5.000 Euro verhängt werden. Ob der Gastgeber selbst oder Gäste für die Beeinträchtigung verantwortlich sind, ist dabei unerheblich.

 

Auch beim Feiern ist die Nachtruhe zu beachten
Gegen Partys im Garten oder auf dem Balkon haben auch deutsche Gerichte nichts einzuwenden, solange die Nachtruhezeiten ab 22 Uhr eingehalten werden. Wenn alle umliegenden Nachbarn einverstanden sind und auch sonst niemand durch die Gartenparty gestört werden kann, darf auch nach 22 Uhr im Freien gefeiert werden. Andernfalls ist die Party ins Wohnzimmer zu verlagern, wo dann Zimmerlautstärke zu herrschen hat. Zuwiderhaltungen können mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro geahndet werden. Gartenpartys am helllichten Tag sind von den Nachbarn hingegen zu dulden, sofern die Gemeinde keine gesonderten Ruhezeiten ausgewiesen hat.

 

Gartenpartys im Freien nicht länger als 22 Uhr
In einem Wohngebiet dürfen Gartenpartys im Freien nicht länger als 22 Uhr dauern, was jedoch nicht zwingend das Ende der Party bedeuten muss. Sofern anschließend in angemessener Lautstärke im  Haus weitergefeiert wird, wird auf die Nachbarn in ausreichender Weise Rücksicht genommen. LG Frankfurt, Urteil vom 06.03.1989, Az. 2/21 O 424/88

 

Grillen im Sommer erlaubt
Da es sich beim Grillen im Sommer um eine gewöhnliche Aktivität handelt, muss es von den umliegenden Nachbarn hingenommen werden. Deutsche Gerichte sehen eine Grilldauer von nicht mehr als sechs Stunden pro Jahr innerhalb des Toleranzgebots auf jeden Fall als akzeptabel an. LG Stuttgart, Beschluss vom 14.08.1996, Az. 10 T 359/96

 

Grillen nur in Maßen erlaubt
Auch wenn das Grillen im eigenen Garten in den meisten Bundesländern, außer in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen, grundsätzlich erlaubt ist, ist dabei stets das Gebot der nachbarschaftlichen Rücksichtnahme zu beachten. In Brandenburg und NRW ist das Grillen im Freien komplett verboten, sobald auch nur ein Nachbar einer potenziellen Belästigung ausgesetzt sein könnte, alle anderen Bundesländer setzen auf die Vernunft und die Kommunikation zwischen den Nachbarn. Von einem
generellen Grillverbot ist dann auszugehen, wenn der Nachbar aufgrund der Rauchentwicklung oder des Lärmpegels seine Fenster nicht mehr öffnen oder sich nicht mehr ungestört im eigenen Garten aufhalten kann. Bei der Frage, wie oft gegrillt werden darf, herrscht in Deutschlands Gerichtssälen große Uneinigkeit. Zwischen zweimal pro Woche und zweimal im Jahr ist erfahrungsgemäß jedes Urteil denkbar.

 

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