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Gebäudeversicherung
Neue Entscheidungen des Bundesgerichtshofs zum
Regressverzicht des Gebäudeversicherers des Vermieters bei
leicht fahrlässiger Verursachung eines Gebäudeschadens durch
den Mieter.
Nach der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist
dem Gebäudeversicherungsvertrag ein Regressverzicht des
Versicherers für die Fälle zu entnehmen, in denen der Mieter
einen Gebäudeschaden leicht fahrlässig (also weder grob
fahrlässig noch vorsätzlich) herbeigeführt hat (Urteile vom
8. November 2000 IV ZR 298/99 BGHZ 145, 393 und vom 14.
Februar 2001 VIII ZR 292/98 VersR 2001, 856; Beschluss vom
12. Dezember 2001 XII ZR 153/99 VersR 2002, 433; Urteil vom
3. November 2004 VIII ZR 28/04 VersR 2005, 498). Nunmehr
hatte der IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes in vier
Revisionsverfahren erneut über die Frage des
Regressverzichts des Versicherers und über weitere damit
zusammenhängende und in der Rechtsprechung der
Instanzgerichte und der Literatur umstrittene Rechtsfragen
zu entscheiden.
Im Ergebnis ergibt sich aus den
vier Urteilen Folgendes:
1. Der Senat hält daran fest, dass in der
Gebäudeversicherung die ergänzende Vertragsauslegung einen
Regressverzicht des Versicherers für die Fälle ergibt, in
denen der Mieter einen Schaden am Gebäude durch leichte
Fahrlässigkeit verursacht hat, und dass dem Versicherer der
Regress auch dann verwehrt ist, wenn der Mieter eine
Haftpflichtversicherung unterhält, die Ansprüche wegen
Schäden an gemieteten Sachen deckt.
2. Ein Regressverzicht des Gebäudeversicherers ist auch bei
einem auf Dauer angelegten unentgeltlichen
Nutzungsverhältnis anzunehmen.
3. Eine vorsätzliche oder grob fahrlässige Herbeiführung des
Gebäudeschadens durch einen Dritten ist dem Mieter nur
zuzurechnen, wenn der Dritte sein Repräsentant war. § 278
BGB ist nicht anwendbar.
4. Dem Gebäudeversicherer, dem der Regress gegen den Mieter
verwehrt ist, steht gegen dessen Haftpflichtversicherer
entsprechend den Grundsätzen der Doppelversicherung (§ 59
Abs. 2 Satz 1 VVG) ein Anspruch auf anteiligen Ausgleich zu;
einen vollen Ausgleich im Deckungsumfang der
Haftpflichtversicherung kann er nicht verlangen.
5. Die Rechtsprechung zum Regressverzicht des
Gebäudeversicherers kann auf die Hausratversicherung des
Vermieters nicht übertragen werden.
Urteil vom 13. September 2006 IV ZR 378/02. LG Leipzig -
Urteil vom 25. Januar 2002 5 HKO 4390/01 ./. OLG Dresden -
Urteil vom 15. Oktober 2002 5 U 451/02. Urteil vom 13.
September 2006 IV ZR 26/04. LG Ulm - Urteil vom 21. August
2003 6 O 107/03 ./. OLG Stuttgart - Urteil vom 30. Dezember
2003 7 U 165/03. Urteil vom 13. September 2006 IV ZR 116/05.
LG Bonn - Urteil vom 25. Juni 2003 1 O 6/03 ./. OLG Köln -
Urteil vom 23. Dezember 2003 22 U 146/03 Urteil vom 13.
September 2006 IV ZR 273/05 LG Koblenz - Urteil vom 4.
August 2003 16 O 388/02 ./. OLG Koblenz - Urteil vom 28.
Oktober 2005 10 U 1111/03 Karlsruhe, den 13. September 2006.
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