Mietrecht A-Z - Aquarium
 
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Aquarium I
In vielen Mietverträgen wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Tierhaltung in den Mieträumen nicht erlaubt ist. Grundsätzlich aber darf man Kleintieren in der Wohnung halten, trotz dieser Klausel (vgl. BGH , Urteil vom 20. Januar 1993 , Az: VIII ZR 10/92). So verhält es sich auch im einem Aquarium, dessen Haltung nur in ganz besonderen Fällen verboten werden kann. Grundsätzlich gilt die Haltung von Kleintieren im deutschen Mietrecht als eine vertragsgemäße Nutzung der Wohnung, sodass der Vermieter nicht zu einer Kündigung berechtig wird, solange sich der Mieter
vertragsgemäß verhält. Ist in einem Mietvertrag eine Klausel enthalten, die zur Tierhaltung mit einem Erlaubnisvorbehalt des Vermieters berechtigt, muss in jedem Fall die Zustimmung des Vermieters eingeholt werden, bevor man sich ein Haustier zulegen darf. Dies ist auch bei Kleintieren, wie Fischen der Fall. In diesem Fall ist der Vermieter aber in aller Regel dazu verpflichtet, die Genehmigung zu erteilen, denn die Haltung von Kleintieren in einer Mietwohnung fällt unter das freie Selbstbestimmungs-recht des Mieters.

Aquarium II
Die Aquarienhaltung ist ein sehr weit verbreitetes Hobby und im Zusammenhang mit dem deutschen Mietrecht immer wieder ein Streitpunkt zwischen dem Vermieter einer Wohnung und dem Mieter. In einem konkreten Fall musste sich das Amtsgericht Eschweiler mit einer Klage des Vermieters auseinandersetzen, der eine Gefahr für die vermietete Wohnung darin sah, dass der Mieter vier Aquarien mit einem Gesamtgewicht von 500 Kilogramm in der Wohnung besaß. Grundsätzlich sieht das Benutzungsrecht einer Wohnung vor, dass der Mieter in diesem Rahmen auch seinem persönlichen Hobby nachgehen kann. Dies allerdings nur insoweit, dass die Belange der Mitmieter oder die des Eigentümers nicht beeinträchtigt werden. Im konkreten Fall war eine Beeinträchtigung nicht gegeben, denn die Aquarien können trotz des hohen Gesamtgewichts in keiner Weise den Bestand des Gebäudes gefährden. Im verhandelten Fall befanden sich die Aquarien nicht einmal an einer Stelle in der Zimmermitte, sondern an den Zimmerwänden. Somit wurden die Klage des Vermieters im Urteil vom 26. September 1991 (Az: 5 C 769/91) abgewiesen.

 
Aquarium II

Manchmal ist es schier unglaublich, mit welchen Dingen sich die deutschen Gerichte im Mietrecht auseinander setzen müssen. So in einem Fall bei dem sich Mieter und Vermieter über ein Aquarium und 19 Pflanzen stritten, die der Mieter in seiner Altbauwohnung untergebracht hatte und die für Feuchtigkeitsprobleme verantwortlich sein sollten. Nach Ansicht des Amtsgerichts Rheine waren das Aquarium und die Pflanzen tatsächlich an den Feuchtigkeitsschäden schuld, sodass diese zum überwiegenden Teil auf das Wohnverhalten des Mieter zurückzuführen seien. Ein Sachverständiger hatte im konkreten Fall dazu bestätigt, dass durch die Bauweise des alten Hauses und einem erhöhten Feuchtigkeitsgehalt in der Luft, ein Kondensatausfall sogar durch übermäßiges heizen und lüften nicht vermieden werden kann. Der Mieter hätte dies wissen müssen und daher auf ein Aquarium und die 19 Pflanzen verzichten müssen. Beides sei für eine Erhöhung der Feuchtigkeit im Raum verantwortlich und damit auch für die Feuchtigkeitsschäden, die in der Wohnung anstanden sind (vgl. AG Rheine, Urteil vom 20. Juli 1988 , Az: 3 C 431/87).

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