Mietrecht A-Z - Allergien
 
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Allergien
In den letzten Jahren erkrankten immer mehr Menschen an Allergien, wie beispielsweise Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis, sodass sich auch im Bezug auf das Mietrecht hier einige Fragen ergeben haben. Unterscheiden muss man hier vor allem die Ursache der Allergien, denn Verursacher wie Hausstaub und Milben sind praktisch in jeder Wohnung vorhanden und gelten als generell nicht gesundheitsgefährdend. Daher stellen sie auch keinen Wohnungsmangel dar, sondern sind in der Empfindlichkeit des Mieters begründet. In diesem Fall ist im Mietrecht keine Möglichkeit für eine fristlose Kündigung des Mietvertrags vorgesehen. Der Vermieter ist jedoch nach dem Grundsatz von „Treu und Glauben“ verpflichtet, einer vorzeitigen Beendigung des Mietvertrags zuzustimmen, so entschied das Landgericht Braunschweig, 6. Zivilkammer in einem Urteil vom 5. Mai 2000 (6 S 972/99, NJW-RR 2001, 802-803).

Tritt jedoch gleichzeitig bei einem anderen Familienmitglied plötzlich die gleiche Allergie auf, kann der Fall anders liegen. In einem konkreten Fall war die fristlose Kündigung wegen einer Hausstauballergie bei einem Säugling gerechtfertigt, da sie in einem direkten Zusammenhang mit Fußbodenheizung und Teppichböden stand (LG Lübeck , Urteil vom 6. November 1997, Az: 14 S 135/97 ).  Hat ein Mieter eine Tierhaarallergie und der Nachbar hält sich eine Katze, dann handelt es sich ebenfalls nicht um einen ausreichenden Grund für eine fristlose Kündigung. Der Allergiker kann in diesem Fall auch nicht verlangen, dass das Tier entfernt wird.

 

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