Kirchwerder ist dem Bezirk
Bergedorf zugehörig und stellt den größten Teil der
Vierlande, zu denen des Weiteren Altengamme, Neuengamme und
Curslack gehören, dar. Der Kirche als Mittelpunkt des Ortes
sowie seiner wassernahen Elblage verdankt Kirchwerder
(Werder = Flussinsel) seinen Namen. Die ev.-luth. St.
Severini-Kirche ist bis heute eine Sehenswürdigkeit und
verdankt ihre Attraktivität nicht nur ihrem Aussehen und
ihrer Lage, sondern auch den dort stattfindenden
Gottesdiensten und Konzerten. Ein weiterer historischer Teil
von Kirchwerder ist der Zollenspieker, in Hamburg meist
bekannter als der Stadtteil Kirchwerder selbst. Das Wort
„Spieker“ steht hier für „Speicher“ und deutet auf ein
Gebäude zur Warenlagerung hin.
Kirchwerder
In Verbindung mit dem
Elbübergang nach Niedersachsen entstand so der Name Zollenspieker. Wer nach einer Elbüberquerung mit Hamburgs
einziger Autofähre vom niedersächsischen Hoopte nach
Kirchwerder oder von einem ausgedehnten Spaziergang auf dem
Elbdeich oder einer Motorrad-Fahrt auf den traumhaft
kurvenreichen Wegen über die Deiche zum Fähranleger noch
etwas verweilen möchte, der ist mit einem Besuch im
Zollenspieker Fährhaus gut bedient. Das zwar eher hochpreisige
Lokal bietet neben einem fantastischen Ausblick auf die Elbe
als eines der ältesten Hamburger Kulturdenkmäler mit
freigelegten Renaissance und Barockfresken einen
atemberaubenden Anblick und eine wunderbare, stilvolle
Atmosphäre.
Kirchwerder -
Riepenburger-Mühle - Fotos: Panzau
Generell vermitteln noch eine
große Zahl gut erhaltender Gebäude wie etwa Hufnerhäuser aus dem 19.
Jahrhundert oder Häuser mit reetgedecktem Krüppelwalmdach
einen Eindruck der alten Ortschaft Kirchwerder. Ein
traditionelles Fest feiert man in Kirchwerder am ersten
Sonntag im Oktober: den Erntedankumzug. Viele Besucher aus
ganz Norddeutschland bestaunen dann die herrlich
geschmückten Wagen aus allen Vier- und Marschlanden, auf
denen sich viele der geschichtsträchtigen Vereine
präsentieren. Wirtschaftlich gesehen gilt Kirchwerder als
traditionelles Hamburger Anbaugebiet für Gemüse- und
Blumenzucht meist noch in Form von Familienbetrieben
geführt. Im Laufe der Jahre hat sich Kirchwerder
wirtschaftlich zu einem Branchenmix entwickelt und zählt
neben dem Gartenbau auch Einzelhändler und Handwerksbetriebe
sein eigen.