Immobilienlexikon - Mengenunterschreitung

 
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Mengenunterschreitung
Ist von einer Mengenunterschreitung die Rede, dann wurden für die Erstellung von einem Bauwerk geringere Mengen einzelner Materialien benötigt, als es zuvor in der Preiskalkulation der Fall war. Grundsätzlich trägt der Bauherr bzw. der Auftraggeber das Risiko einer Mengenunterschreitung, wenn er mit der Baufirma einen Pauschalpreisvertrag abschließt. Der Auftraggeber hat hierbei grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Rückforderung wegen überhöhter Vergütung, wenn es sich um geringere Mengen handelt (BGH BauR 1972, 118). Es gibt allerdings für Mengenunterschreitungen beim Einheitspreisvertrag nach VOB (§ 2 Nr. 3 VOB/B) Sonderregelungen für die Preisanpassung bei einer Mengenunterschreitung.

 

 

So bleibt der vertraglich vereinbarte Preis bestehen, wenn die Mengen bzw. Leistungen um nicht mehr als zehn Prozent von den im Vertrag vereinbarten Mengen abweicht. Handelt es sich jedoch um eine Mengenunterschreitungen von mehr als zehn Prozent der Ausgangswerte, dann ist der Einheitspreis für die gesamte, tatsächlich ausgeführte Menge der Leistung oder Teilleistung zu erhöhen. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn der Auftragnehmer nicht durch Mengenerhöhungen bei anderen Leistungspositionen bereits einen Ausgleich erhält (§ 2 Nr. 3 Abs. 3 VOB/B). Grundsätzlich kann der Einheitspreis um den Betrag erhöht werden, der sich aus der Verteilung der Baustelleneinrichtungs- und Baustellengemeinkosten sowie der Allgemeinen Geschäftskosten des Unternehmers auf die verringerte Menge ergibt.

 

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