Crowdinvesting - Eine attraktive Alternative fuer Anleger?

Beim Crowdinvesting handelt es sich um eine neuartige Form der Finanzierung, welche sich in den vergangenen Jahren zunehmend etabliert hat. Auf grosse Beliebtheit stoesst diese Finanzierungsart insbesondere bei Start-Ups sowie etablierte Unternehmen, die sich die noetigen finanziellen Mittel fuer bestimmte Projekte ueber die Crowd beschaffen moechten. Gelder werden dabei ueber sogenannte Crowdfunding-Plattformen gesammelt.

Crowdinvesting ist nicht gleich Crowdfunding

Nicht selten werden die Begriffe Crowdfunding sowie Crowdinvesting in den Medien als Synonyme verwendet. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein und dasselbe. Beim Crowdinvesting kommen die Investoren in den Genuss von Anteilen. Wer sich demzufolge finanziell an ein Start-Up beteiligt, wird Anteilsinhaber und profitiert so von etwaigen Gewinnen. Im Gegensatz dazu, erwirbt der Geldgeber im Falle des Crowdfundings keine Anteile an dem Unternehmen. Vielmehr erhaelt dieser eine symbolische Gegenleistung nicht-monetaerer Art, etwa Zugang zu exklusiven Konzerten oder Buecher. Zusammenfassend bleibt somit festzuhalten, dass der Renditeaspekt beim Crowdinvesting deutlich staerker im Vordergrund steht.

Crowdinvesting-Markt waechst rasat

In Deutschland spielt Crowdinvesting eine immer groessere Rolle. So wurden bereits im Jahr 2015 insgesamt 301 derartiger Projekte mit einem Gesamtvolumen von 88,9 Mio. Euro erfolgreich finanziert. Gegenueber dem Vorjahr hat sich das Crowdinvesting-Volumen mit 48,9 Mio. Euro deutlich mehr als verdoppelt (+ 169%). Dabei wird in nahezu allen Branchen auf Crowdinvesting zurueckgegriffen. Besonders beliebt war diese Finanzierungsform im Jahr 2015 in folgenden Bereichen:

Als groesste Crowdinvesting-Kategorie des Jahres wurde hier mit 22,6 Mio. Euro ein Wachstum von 1.900% erzielt.


Unternehmen:
Dank eines zweistelligen Wachstums konnten Start-Ups sowie kleine & mittelstaendische Unternehmen (KMU) insgesamt 19 Mio. Euro einsammeln.


Gruene Energie:
Mit 6,9 Mio. Euro und einer Steigerung zum Vorjahr in Hoehe von 167% konnte das Segment der Erneuerbaren Energien stark zulegen.


Filmbranche:
Der Stromberg-Film aus dem Jahr 2011 hat es vorgemacht: In 2015 wurden erstmals wieder Gelder ueber die Crowd im Wert von 0,5 Mio. eingesammelt.

Wie Crowdinvesting funktioniert

Das Prinzip ist beim Crowdinvesting denkbar einfach: Unternehmen sammeln ueber spezielle Plattformen Kapital bei zahlreichen kleinere Investoren ein. Deshalb wird auch von Schwarmfinanzierung gesprochen. Viele Plattformen haben es sich dabei zur Aufgabe gemacht, Unternehmen und Kapitalgeber zusammenzufuehren. Weckt das Unternehmen mit seinem Vorhaben das Interesse des Plattform-Benutzers, kann ein Investment vorgenommen werden. Und dieses Prinzip hat sich laengst bewaehrt. Konnten durch das Crowdinvesting hierzulande zunaechst Betraege zwischen 50.000 Euro und 100.000 Euro eingesammelt werden, lassen sich inzwischen Projekte im Millionenbereich finanzieren. Unterschiede weisen die jeweiligen Plattformen in Bezug auf das Mindestinvestitionsvolumen sowie die Ausgestaltung der Beteiligung auf, z.B. als Genussscheine oder stille Beteiligung. Anteile gibt es dabei bereits ab wenigen Euro, wobei die Spanne oft zwischen 50 Euro und 500 Euro reicht.

Inwiefern Crowdinvesting als alternative Geldanlage geeignet ist

Crowdinvesting ist nicht nur fuer Unternehmen interessant, die sich auf diesem Weg ein bankenunabhaengiges Kapital bei vergleichsweise wenig Risiko besorgen koennen. So gelangten allein schon ueber die Plattform Seedmatch mehr als 30 Start-Ups an frisches Geld im Volumen von mehr als 8,7 Mio. Euro. Auch Investoren haben in den letzten Jahren die Vorzuege dieser Anlageform zu schaetzen gelernt. Ein Grund hierfuer ist neben der Aussicht auf eine attraktive Rendite auch die derzeitige Niedrigzinsphase, die ein Engagement in Tagesgeld, Sparbuechern oder Bundesanleihen zu einem Verlustgeschaeft mutieren laesst. Mittels Crowdinvesting lassen sich bereits mit kleinen Beitraegen lukrative Ertraege erzielen. Bei positiver Geschaeftsentwicklung winken gar Renditen im zweistelligen Bereich, so das Versprechen der Plattformen. Ueber die fuehrende Crowdfunding Plattform fuer Immobilien exporo.de koennen sich Anleger etwa feste Verzinsungen von bis zu 6% im Jahr sichern. In Zeiten historisch niedriger Zinsen rueckt Crowdinvesting als alternative Geldanlage somit zu Recht in den Fokus von Investoren - auch von Kleinanlegern.

Investition nicht ohne Risiken

Die Chance auf hohe Gewinne gibt es allerdings auch beim Crowdinvesting nicht ohne die Gefahr eines Totalverlustes. Gerade bei Start-Ups ist das Ausfallrisiko naturgemaess recht hoch. Innerhalb gewisser Grenzen kann diesem Risiko jedoch begegnet werden. So empfiehlt es sich, das eigene Kapital ganz nach dem Prinzip der Streuung auf mehrere Vorhaben zu verteilen. Damit sinkt die Abhaengigkeit von einzelnen Projekten. Wem die Investition in ein Start-Up zu riskant ist, kann alternativ sein Geld in Immobilien, erneuerbare Energien sowie in mittelstaendische Unternehmen anlegen. Ferner laesst das Risiko grosser Verluste durch Beachtung folgender Tipps reduzieren: Jedes einzelne Projekt ist individuell hinsichtlich Chancen und Risiken zu bewerten Nur Investitionen in Vorhaben, welche die persoenliche Risikopraeferenz wiederspiegeln Eine Beteiligung sollte nur dann erfolgen, wenn Investitionsbedingungen sowie Geschaeftsmodell des Unternehmens verstaendlich genug sind Ein evtl. Totalverlust muss verkraftbar sein Geldanlage sollte ueber vertrauenswuerdigen Plattformen erfolgen und sich auf serioese Unternehmen beschraenken Nicht alle Eier in einen Korb: Risikostreuung auf viele kleinere Projekte bevorzugen

Fazit

Die Investition in Crowdinvesting-Projekte verspricht satte Renditen. Der Markt wird derweil immer groesser und lockt zahlreiche Investoren an, darunter zunehmend auch Kleinanleger. Dabei herrscht eine grosse Angebotsvielfalt: Von Filmprojekten ueber Start-Up-Finanzierung bis hin zu Immobilieninvestitionen koennen sich Anleger bereits fuer wenig Geld Anteile an dem Unternehmen sichern. Allerdings duerfen nicht die Risiken ausser Acht gelassen werden, zumal auch der Totalverlust droht. Durch Risikostreuung, gruendliche Informationsbeschaffung zu den jeweiligen Projekten und die Wahl vertrauenerweckender Plattformen lassen sich diese Risiken jedoch etwas minimieren.


 
 
Weitere Artikel:
Mietausfallversicherung
Verwaltung von Wohneinheiten
Winter: Pflanzen auf dem Balkon
Rasenmähen: Fehler vermeiden
Garten im Winter
Betrüger nutzen Internet
Fragen des Vermieters
Mietminderung Top 10
Mietnomaden
Irrtümer im Mietrecht
Mietminderung A-Z
Nebenkostenabrechnung
Tierhaltung: Die wichtigsten Urteile
Urteile zum Nachbarrecht