Mietausfallversicherung

Der historische Tiefstand der Zinsen animiert viele zum Immobilienkauf. Seit 2012 kann man von einem regelrechten Boom sprechen, der sich, zur privaten Nutzung oder auch zu Weitervermietung, in diesem Jahr fortsetzen wird. Speziell junge Menschen machen von den Kaufoptionen Gebrauch und freuen sich darauf, durch die Vermietung ihres Objektes, ihr Einkommen aufzustocken. Aufgrund ihrer Unerfahrenheit begehen sie dabei oftmals schwerwiegende Fehler, wodurch sich der erhoffte Zugewinn schnell in zusätzliche Ausgaben verwandelt.  Schufa-Auskunft, Mietschuldenfreiheitsbescheinigung und Einkommens-nachweise können zwar das Risiko auf Mietnomanden oder zahlungsunwillige beziehungsweise -unfähige Mieter hereinzufallen reduzieren, absoluten Schutz bieten sie jedoch nicht. Schließlich kann auch ein ursprünglich solventer Mieter aufgrund einer Verschlechterung seiner finanziellen Situation plötzlich in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

 

 

Eine Scheidung, gesundheitliche Beeinträchtigungen oder der Verlust des Arbeitsplatzes können Gründe dafür sein. Aber egal, ob selbst verschuldet oder nicht: Der Vermieter hat immer das Nachsehen. Besonders schwierig und vor allem langwierig wird dieses Unterfangen für ihn, wenn sich ein nicht zahlender Mieter weigert, trotz Kündigung aus der Wohnung auszuziehen. Mietausfälle in Höhe von acht, neun Monaten sind in solchen Fällen eher die Regel als eine Ausnahme. Wird die Wohnung oder das Haus zur Aufstockung des eigenen Auskommens oder als Alterssicherung vermietet, treffen den Eigentümer diese ausbleibenden Zahlungen schwer. Vor allem, wenn die Immobilie fremdfinanziert und seine Kapitaldecke dünn ist. Dann braucht es nicht lange, bis die eigenen Reserven aufgezehrt sind und es ans Eingemachte geht. Schlimmstenfalls gerät er selbst in Zahlungsschwierigkeiten und die Kredittilgung fällt aus. Ihm droht die Zwangsversteigerung seiner Immobilie - der Albtraum eines jeden Eigentümers. Dieses Los traf allein im Jahr 2011 rund 50.000 Immobilien.

 

Foto: T. Harald07/Fotolia 

Doch so weit muss es nicht kommen. Mit dem Abschluss einer Mietausfallversicherung, wie zum Beispiel vermietsicher.de sie anbietet, können Vermieter sich gegen ausbleibende Mietzahlungen schützen. Treten Zahlungsausfälle oder -rückstände auf, springt die Versicherung ein. Mutwillige Zerstörung wird davon genauso erfasst wie die Verunreinigung und Verwahrlosung der Wohnung. In solchen Fällen kommen oft genug auch Reinigungskosten auf Vermieter zu, die ihnen mit der Mietausfallversicherung erspart bleiben. Muss die Immobilie sogar saniert werden, leistet vermietsicher.de eine Pauschalzahlung von drei Monatsmieten.

Doch wie viel müssen Vermieter für eine Mietausfallversicherung von ihrem Budget abknapsen? Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er eine Mietausfalldauer von sechs (bis zu 5.000 Euro) oder zwölf Monatsmieten (bis zu 10.000 Euro) versichern möchte. Variante eins schlägt mit 59 und Variante zwei mit 99 Euro pro Jahr zu Buche. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Sachschäden mit einzuschließen. Auch hier können Vermieter bestimmen welche Höhe - 10.000, 20.000 oder 30.000 Euro - sie absichern. Preislich liegen sie bei 29, 39 oder 49 Euro. Wer sich jeweils für die höchsten Summen entscheidet, bezahlt pro Jahr insgesamt nicht mehr als 148 Euro. Ein verhältnismäßig günstiger Preis, wenn man bedenkt, welche Kosten zahlungsunwillige Mieter verursachen können.

Praxisbeispiel Berlin:
Für eine 3-Zimmer-Wohnung mit einer Wohnfläche von 102 Quadratmetern und einer Nettokaltmiete von 561 Euro wird sechs Monate keine Miete gezahlt. Allein dafür beläuft sich der Schaden auf 3.366 Euro. Da der Mieter hartnäckig ist und die vier Wände partout nicht verlassen möchte, nimmt sich ein Anwalt der Sache an, der 2.800 Euro (ohne Rechtschutzversicherung) für seine Leistungen berechnet. Auch wenn der Mieter bei der Wohnungsbesichtigung sowie beim Vertragsabschluss einen sauberen und ordentlichen Eindruck bei dem Eigentümer hinterlassen hat, stellt sich plötzlich heraus, dass er das Putzen und die Pflege der Wohnung nicht zu seinen Prioritäten zählte, so dass die Immobilie vollkommen vermüllt ist. Für die daraus resultierende Reinigung fallen noch mal 2.400 und für den Einbau einer neuen Küche 3.100 Euro an. Als Mietkaution wurden zwei Monatsmieten in Höhe von zusammen 1.122 Euro hinterlegt, die dem Mieter selbstverständlich nicht zurückgezahlt und dementsprechend von der Gesamtsumme abgezogen werden. Insgesamt hat dieser Mieter so einen Schaden von 10.544 Euro angerichtet.

Eine stattliche Summe, die dem Vermieter, abzüglich der Anwaltskosten, durch den Abschluss einer Mietausfallversicherung erspart geblieben wäre.

 

Immobilienlexikon A-Z  »  Immobilienratgeber