Immobilienlexikon - Anschlussfinanzierung
 
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Anschlussfinanzierung
Die Anschlussfinanzierung folgt auf den regulären Bausparvertrag und kann vom Kunden wahlweise beim bisherigen Geldinstitut oder aber auch bei einem Mitbewerber getätigt werden. Entscheidend ist, dass durch Ablauf des Baufinanzierungsvertrags auch die ursprünglich zwischen Kreditinstitut und dem Darlehensnehmer vereinbarte Zinsbindung ändert. Für den Kunden entsteht so der Vorteil, dass er bei einem anderen Kreditinstitut unter Umständen günstigere Zinskonditionen aushandeln kann. Bei identischen Angeboten oder nur marginalen Unterschieden ist der Kunde gut beraten, bei seiner bisherigen Bank zu bleiben. Zum Einen wird so keine erneute Abschlussgebühr fällig, zum Anderen kennt die Bank den Vermögenshintergrund des bisherigen Kunden.

 

 

 

Der Darlehensnehmer sollte sich im Zweifelsfall aber nicht von dem beliebten Argument der Banken von einem Wechsel abbringen lassen, dass die Abschlussgebühr die Zinsvorteile bei einer anderen Bank aufwiegen würde. Diese Aussage kann pauschal weder bestätigt noch widerlegt werden, eine rechnerische Prüfung sollte im Einzelfall auf jeden Fall durchgeführt werden. Bei einem Darlehensvolumen von beispielsweise 100.000 Euro zieht bei einem Wechsel der Bank Gebühren (Notar, Grundbuchamt, Amtsgericht) in Höhe von ca. 400 – 500 Euro nach sich. Bei einer Zinsersparnis von 0,5 % und einer Laufzeit von 10 Jahren ergibt sich für den Darlehensnehmer eine Wenigerbelastung von 5.000 Euro, so dass die Gebühren keinen Hindernisgrund darstellen sollten. Ganz allgemein kann davon ausgegangen werden, dass sich ein Wechsel mit steigender Darlehenssumme immer wahrscheinlicher lohnt. Kunden, die über ein verbessertes Angebot eines Konkurrenten ihrer bisherigen Bank verfügen, sollten vor der Unterzeichnung der Anschlussfinanzierung noch einmal das Gespräch mit der Hausbank suchen. Unter Umständen ist diese bereit, dem Kunden denselben Zinssatz zu bieten, womit der Darlehensnehmer sicherlich den größtmöglichen Vorteil für sich verbuchen könnte.

Der Gesetzgeber verpflichtet die Banken, ihre Kunden spätestens zwei Wochen vor Ablauf eines Darlehensvertrags über den bevorstehenden Fristtermin in Kenntnis zu setzen. In der Praxis muss jedoch davon ausgegangen werden, dass eine andere Bank mindestens vier Wochen benötigt, um ein verbindliches Angebot erstellen zu können. Daher sollte der Darlehensnehmer frühzeitig selbst die Initiative übernehmen und sich über die Zinssätze der verschiedenen Kreditinstitute im Bereich der Bau- bzw. Anschlussfinanzierung informieren.

Den Bereitstellungszinsen sollte bei einer eventuellen Anschlussfinanzierung ebenfalls die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es gibt inzwischen im gesamten Bundesgebiet einige Banken, die ihren Kunden die Bereitstellungszinsen in Höhe von 0,25 % pro Monat für nicht in Anspruch genommene Darlehen erst nach einem halben oder gar einem ganzen Jahr berechnen. In den Größenordnungen einer Baufinanzierung liegt das Einsparungspotenzial hier meist im vierstelligen Euro-Bereich, was diesen Aspekt der Anschlussfinanzierung nicht ganz unwichtig erscheinen lässt.

 

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