Osterfeuer Hamburg

Fotos Osterfeuer in Hamburg

Wenn zu Osterzeit in Deutschland der heidnische Brauch des traditionellen Osterfeuers gelebt wird, ist dieses Event lange nicht für alle ein großer Spaß. Während Kinder staunend vor dem großen Feuer stehen, verenden viele Tiere qualvoll in den Flammen.

 

 Osterfeuer Hamburg, Blankenese  Osterfeuer Hamburg, Blankenese  Osterfeuer Hamburg, Blankenese
 Osterfeuer Hamburg, Blankenese  Osterfeuer Hamburg, Blankenese  Osterfeuer Hamburg, Neumühlen
 Osterfeuer Hamburg, Neumühlen  Osterfeuer Hamburg, Neumühlen  Osterfeuer Hamburg, Neumühlen

Fotos: Panzau   

In vielen Gemeinden sammeln Vereine und Privatpersonen schon lange vor dem eigentlichen Osterfeuer ihre Gartenreste wie Reisig, Äste und Gestrüpp. Da wird der Weihnachtsbaum abgeholt, der ausgedient hat und alles wird schön zu einem hohen Berg zusammengeschoben, damit dann zum eigentlichen Osterfeuer auch ein schön großes Feuer angezündet werden kann.

Da ein solcher Haufen im freien Gelände liegt und das lange vor Ostern, sehen viele Tiere ihn als Einladung an, sich hier niederzulassen. Tiere kennen die Tradition des Osterfeuers nicht und nisten sich zwischen den toten Zweigen ein. Vor allem sind es viele heimische Vogelarten, die im zeitigen Frühjahr mit der Brut und Jungenaufzucht beginnen und bei denen die Osterzeit damit mitten in die Brutsaison fällt. Viele heimische Singvogelarten bevorzugen einen Nistplatz in Hecken und Gestrüpp und sehen die für das Osterfeuer aufgeschichteten Reisighaufen als sicheren Nistplatze an. Besonders Vogelarten wie die Heckenbraunelle, das Rotkehlchen sowie Amseln oder der Zaunkönig lassen sich in Reisighaufen nieder.

Den Tieren geht es gut, bis der Mensch kommt und seine Tradition verfolgen will. Werden brütende Vogelweibchen gestört, verhalten sie sich instinktiv still. Sie wollen nicht das ihr Gelege oder die bereits beschlüpften Jungen gefunden werden und presst sich daher flach in ihr Nest. Sie fliegen nicht davon und wird das Osterfeuer dann angezündet, verbleibt das verängstigte Weibchen stumm und unbeweglich auf seinem Nest. Es wird entweder von den Flammen erfasst und verbrennt oder es erstickt qualvoll am beißenden Rauch. Lange ereilt aber nicht nur die brütenden Vogelweibchen dieses Schicksal. Es gibt viele weitere Tiere, die sich in einem solchen Reisighaufen heimisch ansiedeln, wie beispielsweise Amphibien, Spitzmäuse, Hasen und Igel.

Niemand möchte, dass diese Tiere, die teilweise auch vom Aussterben bedroht sind, einen so grausamen Tod sterben müssen. Damit dies vermieden werden kann, gibt es einige Grundlagen, die im Bezug auf das Osterfeuer zu berücksichtigen sind. So sollte man möglichst die Aufschüttung des Reisighaufens erst kurz vor dem Anzünden vornehmen. So haben die vielen verschiedenen Tiere überhaupt keine Möglichkeit, sich hier einzurichten. Sollte dies aus organisatorischen Gründen nicht möglich sein, sollte man jedoch wie selbstverständlich kurz vor dem Anzünden den Reisighaufen umwälzen. So kann man einige Tiere aufscheuchen und damit vertreiben. Findet man jedoch beim Umwälzen ein Netz von Vögeln, sollte nicht nur das Umwälzen beendet werden, sondern auch das Osterfeuer abgesagt werden. Es steht hier die Überlegung an, ob es so wichtig ist, für einige Stunden ein Osterfeuer zu haben, oder ob man lieber den vielen Tieren, darunter auch seltene, ein gutes zu Hause geben möchte. Grundsätzlich sind Reisighaufen, vor dem Hintergrund der Habitatzerstörung, zum Abbrennen viel zu schade. Sie geben nämlich nicht nur Vögeln einen hervorragenden Ersatz für die kaum noch vorhandenen Hecken.

 
 

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